Unsere Schmetterlingskinder

Im Jahr vor dem Eintritt in die erste Klasse werden die Kinder von uns durch das Schmetterlingsprojekt begleitet.
Dieses beginnt mit dem Kindergartenjahr im Spätsommer und wird nur von den „Schmetterlingskindern“, also den Kindern besucht, die im darauf folgenden Jahr eingeschult werden. Die verschiedenen Eigenschaften und Fähigkeiten, die unsere Kinder um Laufe ihrer Kindergartenzeit entwickeln und erlernen, werden im Hinblick auf den kommenden Schuleintritt im Schmetterlingsjahr noch einmal verstärkt beobachtet und gefördert.

Die Schmetterlingsgruppe hat einen separaten Projekttag in der Woche, an dem die Kinder in unserem Werkraum arbeiten oder verschiedene Ausflüge unternehmen. Theorie und Praxis fließen ineinander über und bei den einzelnen Projekten wird Wert auf den Gesamtzusammenhang gelegt. Wo kommen die Materialien, die wir benutzen, her? Wo kann man sie kaufen? Wie werden sie verarbeitet?

Die Kinder üben Ausdauer und Konzentration, erwerben Kenntnisse über verschiedenste Werkzeuge und deren Einsatzgebiete, sowie Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit denselben (Verletzungsgefahr, Erhalt der Werkzeuge, Ordnung halten). Sie erlangen Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten und lernen den Umgang mit Erfolg und Misserfolg bei der Arbeit. Zusätzlich wird ihre Phantasie angeregt, die Grob- und Feinmotorik geschult sowie das Bewusstsein erlangt, etwas selbst geschaffen zu haben.
Die Ausflugsziele der Gruppe werden gezielt, bezogen auf z. B. Verkehrserziehung, Umweltbewusstsein oder das Erkunden des sozialen Umfeldes, ausgewählt. Außerdem finden gesonderte Theaterbesuche und Besuche von Menschen in ihrem Berufsumfeld statt.

Unter Anderem werden folgende Fähigkeiten geschult:
Konzentration und Ausdauer etwa beim Arbeiten mit Holz und Ton über einen längeren Zeitraum; beim Stillsitzen während der  Mal- und Handarbeiten, beim Geschichten hören und wiedergeben
Soziales Verhalten beim gegenseitigen Helfen, z. B. beim Anziehen oder beim Besprechen von Problemen
Geistige Fähigkeiten beim Erkennen von Farben und Formen
Mathematisches Verständnis im Umgang mit Zahlen im Morgenkreis, bei Fingerspielen, beim Tisch decken
Feinmotorik beim Halten von Pinseln und Stiften, im Umgang mit Sticknadel oder Webrahmen
Grobmotorik, Körperkontrolle beim Seilhüpfen, Stelzenlaufen, Ballspielen oder Balancieren
Sprachentwicklung beim Singen von Reigen und Liedern, beim Erzählen von Geschichten
Sowohl im freien, als auch im angeleiteten Spiel gilt immer: Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern das Spiel ist die Vorstufe individueller Lernstrategien